Familienurlaub in Hameln

Urlaub in Hameln
We love Hameln! „Hameln? Ist das nicht die Stadt mit dem Mann in den bunten Klamotten, der die Ratten weggeflötet hat?“ Unsere Tochter Maya war sich sicher, die Sache auf den Punkt gebracht zu haben. Aber die Stadt hat so viel mehr zu bieten als den Rattenfänger. Hameln ist für uns in den wenigen Tagen mehr als nur ein Ort geworden. Es ist ein Gefühl. Eines, das wir sicher nicht so schnell vergessen werden.

We love Hameln!

„Hameln? Ist das nicht die Stadt mit dem Mann in den bunten Klamotten, der die Ratten weggeflötet hat?“ Unsere Tochter Maya war sich sicher, die Sache auf den Punkt gebracht zu haben. Und tatsächlich: Die weltberühmte Sage vom Rattenfänger ist das Erste, was einem einfällt, wenn man an Hameln denkt.

Wir kennen sie aus den Büchern der Brüder Grimm – der charismatische Ratten- und Menschenfänger, der im 13. Jahrhundert nicht nur die Ratten vertrieb, sondern auch die Kinder aus Hameln mitnahm. Wohin? Das verrät uns die Geschichte nicht. Wir stellen uns aber vor, in ein Land voller Glück und Abenteuer.

Wenige Tage später stehen wir genau dort und stellen fest: Hameln kann beides: Märchen und Abenteuer! Ja, der Rattenfänger läuft einem hier immer wieder über den Weg (im übertragenen Sinn und manchmal auch in echt). Aber die malerische Stadt an der Weser hat noch viel mehr zu bieten, gerade für aktive Familien, die gern draußen sind.

Wir hatten unsere Familien-Quality-Time gut mit Aktivitäten und Ideen gefüllt und Hameln war mehr als bereit, sie zu erfüllen.

Uns hat es sofort gepackt: die bunten Fachwerkhäuser, die kleinen Läden, in denen man Dinge findet, die es nicht bei Amazon gibt, und gemütliche Cafés, aus denen man eigentlich nie wieder raus möchte. Dann wieder haben wir alles stehen und liegen lassen, um spontan wandern zu gehen, Mountainbike zu fahren oder beim Open-Air-Musical mit hunderten anderen Gästen unter strahlendem Sonnenschein mitzufiebern.

Für unsere Kinder war der neue Skatepark das Highlight: Halfpipes, Rails, Rampen. Ein cooler Treffpunkt für Kids und Teens. Aber auch über das gemeinsame Stand-up-Paddling auf der Weser und die Begegnung mit einem Jetski wird zu Hause noch immer mit Begeisterung erzählt.

Hameln ist für uns in den wenigen Tagen mehr als nur ein Ort geworden. Es ist ein Gefühl. Eines, das wir sicher nicht so schnell vergessen werden.

Applaus, Applaus für Hameln! 25 Jahre „RATS“

Wir sind extra mittwochs angereist. Perfekt, denn genau an diesem Tag läuft das Open-Air-Musical „RATS“. Punkt 16:30 Uhr verwandelt sich die Hochzeitshaus-Terrasse mitten in der Altstadt in eine Freiluftbühne. Und die Sahne auf der Kirsche: Der Eintritt für das Schauspiel mit Broadway-Esprit ist frei. Seit 25 Jahren lockt die Show Gäste aus aller Welt an – inzwischen weit über 800.000.

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Musical RATS

Uns wurde erzählt, dass das Musical Kultstatus hat und eine treue Fangemeinde über alle Grenzen hinweg. Wir verstanden nach der ersten Szene sofort, warum die Hamelner hier von echter „RATS-Mania“ sprechen.

Wir rechneten mit vielem, aber nicht mit diesem Maß an Originalität und Spielfreude. Anfänglich noch von Laiendarstellern gespielt, das Mikrofon an einer Verlängerungsschnur, steht heute ein eingespieltes Ensemble auf der Bühne, das sich locker mit großen Produktionen messen kann.

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Musical RATS

Unser Star des Tages: der Rattenkönig, verkörpert von Bohdan Artur Świderski. Eine charismatische Erscheinung mit Bühnenausbildung, schrillem Kostüm und einer Präsenz, die unsere Kinder sofort in ihren Bann zog. Unsere kleine Tochter Maya war drauf und dran, auf die Bühne zu springen, um den bunten „Nager“ zu umarmen.

„Ich bin der Boss vom Rattenpack. Lügt! Sauft! Und fresst!“ (Liedtext)

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Als „Pfeifer“ zeigte Bastian Kohn, wie viel Energie in dieser Rolle steckt. Ein Auftritt, der hängen bleibt.

Die Atmosphäre? Eine Mischung aus Stadtfest mit einem Hauch Weltstadtflair. 45 Minuten lang folgten wir tanzenden Ratten, mitreißenden Songs wie „Über die Weser“ und augenzwinkernden Dialogen. Es gab Balladen, es gab Rap und wir haben viel gelacht.

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Der Skatepark auf dem Werder – ein Treffpunkt für Jung & Alt

Kultur ist schön, aber Kids brauchen auch mal Tempo. Shoppen kann warten, heute ist Rollen angesagt. Hameln schafft diesen Spagat mit Leichtigkeit.

Unser Tipp: der neue Skatepark auf der Werder-Insel, mitten in Hameln, gut erreichbar über die Rattenbrücke. Urbane Infrastruktur trifft Freizeitkultur.

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Der Skatepark am Werder

Unser Sohn Mick war sofort Feuer und Flamme. Alles mit Rampen und Halfpipes ist genau sein Ding und wenn er könnte, würde er hier wohl übernachten. Also, Boards und Bikes geschnappt und über den entspannten Radweg (für uns aus dem bergigen Lenggries ist Hameln herrlich flach) ging es direkt in den Stadtpark.

Dort erwarteten uns 665 Quadratmeter glatter Beton. Südlich der Thiewallbrücke gelegen, vereint der Park Street- und Flow-Elemente und ist damit ein echter Blickfang, der uns direkt einen ersten Wow-Moment bescherte. Egal ob Ollie-Anfänger oder erfahrener Skater, hier kann jeder Spaß haben. Bevor Mick loslegte, schauten wir uns gemeinsam die Platzregeln an. Rücksicht ist hier das A und O, denn Sicherheit fährt immer mit.

Downrails, Quarter Pipes, Flatbars – und wer gerade nur Bahnhof versteht, fragt einfach die Kids, die hier ihre Bahnen drehen. Dazu Bänke im Schatten, Platz für Räder, sogar smarte Beleuchtung für abends.

Am Vormittag war Mick fast allein auf der Fläche. Die perfekte Gelegenheit, neue Tricks zu testen. Einen Tag später am Nachmittag war hier deutlich mehr los. Einheimische, die ihre Moves zeigten, andere, die einfach nur quatschen, und ein paar, die ihre Spraydose gezückt haben. Ein bisschen Farbe gehört schließlich zum modernen Stadtbild dazu.

Direkt daneben: ein Spielplatz mit Piratenschiff für die Kleineren. Und wer nach all dem Rollen Hunger hat, kehrt im nahegelegenen Biergarten ein.

Der Skatepark ist mehr als ein Sportplatz. Er ist Treffpunkt, Bühne, Chill-Zone. Ein Ort, an dem Generationen zusammenkommen.

Hameln hat’s gerockt: von uns ein klares „Daumen hoch“!

Wassersport auf der Weser. Lieben wir!

Unsere komfortable Unterkunft bot uns vom Wintergarten aus, einen atemberaubenden Blick auf die Weser. Kaffee in der Hand, dazu das rhythmische Eintauchen der Ruderblätter und die Rufe der Steuermänner, die ihre Teams antrieben. So startet ein Urlaubstag in Hameln. Ein Augenblick, den man nicht mehr loslassen will.

Für heute war eine Wanderung geplant, aber vorher wollten wir aufs Wasser. Die Weser ist für Hamelns Wassersportfans das, was in Bayern unsere Seen sind: zentraler Treffpunkt und Spielplatz zugleich. Kanu, Schlauchboot, Motorboote, SUPs – hier geht alles.

Mit unserem SUP im Schlepptau zogen wir mit den Zwillingen los. Südlich der Staustufe, beim DLRV, fanden wir den perfekten Einstieg. Das Wasser staut sich dort kilometerweit auf, ist spiegelglatt und ideal zum Paddeln. Unser Plan: gemütlich flussaufwärts, dann mit der leichten Strömung zurückgleiten.

Und es lief – bis plötzlich ein Jetski-Fahrer auftauchte. Erst hörten wir nur das ferne Knattern, dann zog er in einer eleganten Kurve an uns vorbei, grinste und schickte uns eine Welle rüber. Die Kinder quietschten vor Freude, unser SUP wippte ordentlich und wir hatten eine gratis Action-Einlage. Danach ging es wieder ruhig weiter, als hätte die Weser für sich beschlossen, uns für einen Moment aufzumischen.

Mick und Maya wechselten sich beim Paddeln ab und drehten eine Runde nach der anderen. An Aufhören, war erstmal nicht zu denken.

Zurück an Land machten wir uns auf den Weg in Richtung Klütberg. Von dort oben, so heißt es, hat man einen weiten Blick über Hameln – und ja, das stimmt. Später am Abend wussten wir, wie perfekt sich Wasser- und Landabenteuer an einem Tag ergänzen können.

Vom Paddelboard zum Wanderschuh – eine Wanderung auf den Klüt!

Kaum waren wir vom SUP zurück, tauschten wir Rettungswesten gegen Wanderschuhe. Ziel: der Hausberg von Hameln – der Klütberg. Mit seinen rund 260 Höhenmetern ist er mehr Genießerhügel als Gipfelsturm und perfekt für Familien. Die Route führte uns direkt aus der Stadt in den Klütwald, vorbei am Waldpfad und über den Philosophenweg. Gut begehbar, angenehm schattig und mit festem Schuhwerk locker zu meistern.

Nach etwa 45 Minuten öffnete sich der Blick. Oben thront der Klütturm, ein Backsteinbau aus dem Jahr 1843. Sein Name klingt fast wie aus einem Märchen, sein Inneres hält 99 Stufen bereit, die einen in Windeseile nach oben bringen und in eine Aussicht, die Weser, Altstadt und das Weserbergland in einem einzigen Panorama vereint.

Bevor wir uns an den Aufstieg wagten, stolperten wir über die imposante „Waldbühne“. Eingebettet in sattes Grün wirkt sie wie ein Mini-Kolosseum, nur ohne Touristenmassen. Noch relativ neu ist sie jeden Samstag im Juni Bühne für Konzerte, Theater und sogar Poetry Slams – ein Punkt, der unserer Teenie-Tochter sofort dieses „Da will ich hin“-Leuchten in die Augen zauberte.

Unsere Kinder steuerten danach zielsicher den kleinen Souvenirladen an: „Das Lädchen am Klüt“. Ein Ort wie eine Schatzkiste, mit handverlesenen Edelsteinen, regionaler Handwerkskunst und ausgewählten Produkten aus der Hamelner Region. Matea entschied sich für einen türkisfarbenen Lapislazuli, der nun als Glücksbringer in ihrem Portemonnaie liegt. Eine Erinnerung, die bleibt.

Die nette Verkäuferin riet uns zum Turmaufstieg, und sie hatte recht. Die Wendeltreppe wurde sofort zum Spielfeld, und oben empfing uns ein Blick, der uns an unsere Leuchtturm-Momente in Dänemark erinnerte. Nur eben ohne Nordseewind.

Beim Restaurant angrenzend an die Waldbühne, sicherten wir uns einen Platz auf der Panoramaterrasse, bestellten Burger und hausgemachte Limo („die beste Vanille-Erdbeer-Limo der Welt!“, schwur Maya) und ließen den Blick über Stadt, Wald und Berge schweifen.

Diese paar Kilometer von der Weserlinie bis zur Klütspitze fühlten sich an wie ein ganzer Tagesgewinn. Ein Glücks-Mix aus Wasser, Wald und Wohlbefinden.

Schnitzeljagd meets Hamelns Altstadt

Sightseeing mit Kindern? Gar nicht so kompliziert, wie man denkt. Unsere drei brauchen nur Abwechslung – und die lieferte uns Hameln vom ersten Moment an. Ich habe ein Faible für Fachwerk, mein Mann liebt Kultur und unsere Kids wollen Action. Jackpot! Hameln zog alle Register und zeigte uns, dass sie der perfekte Urlaubsflirt ist: charmant, überraschend und immer für ein Abenteuer gut.

Mein Mann hatte die Tour mit Komoot geplant. Praktisch, wenn man den Überblick behalten will. Das Ziel: Ein Eisbecher mit Extra-Sahne! Aber Hameln zeigte uns schnell, dass die besten Erlebnisse in keiner App stehen. Die spannendsten Entdeckungen liegen oft zwischen den geplanten Stopps, in Form von witzigen Anekdoten oder spontanen Begegnungen.


Wir starteten am Rattenfängerhaus, das echte Märchen-Vibes versprüht. Die Fassade im Weserrenaissance-Stil ist so detailreich, dass man ein ganzes Fotobuch nur mit Ornamenten füllen könnte. Gleich daneben die Bungelosenstraße – jene Gasse, durch die der Rattenfänger die Kinder führte. Ein Gänsehautmoment, selbst am helllichten Tag. Weiter ging es durch die Osterstraße, vorbei an Balkonen, Inschriften und Figuren. Unsere Kids entdeckten die bronzene „Neugierige“ und bestanden auf ein Foto. Vermutlich die meistfotografierte Dame Hamelns (gleich nach meiner Tochter Matea, die fleißig Instagram fütterte).

Das Schlendern durch die Altstadtgassen glich einer Schnitzeljagd, nur dass die „Funde“ nicht Schokolade, sondern kleine Schätze aus Fachwerk und Geschichte waren. Einmal links abgebogen und plötzlich stand man vor einem winzigen Innenhof, einer Hausinschrift oder einer geschnitzten Figur. Habt Mut, euch zu verlaufen! In Hameln ist das ein Qualitätsmerkmal. Zwischen Fachwerkjuwelen, Cafés und Läden zeigte die Bäckerstraße, warum sie zu Hamelns lebendigsten Straßen gehört.

Im Museum blieben wir länger als gedacht. An der Kasse erklärte uns der Wärter trocken: „Verbleib-Rekord: sechs Minuten. Spitzenwert: zwei Stunden.“ Wir schafften eine gute Stunde, genug für das Highlight: die Geschichte vom „Wilden Peter“. Ein echtes Wolfskind, das im 18. Jahrhundert in Hameln lebte und später am englischen Königshof für Aufsehen sorgte. Für die Kinder gruselig und faszinierend zugleich. Ein bisschen Netflix, nur eben echt.

Und dann machte die Stadt einen Schritt ins Hier und Jetzt: Die „Klima-Kiste“. Informativ und innovativ. Eine Oase inmitten des Kleinstadtdschungels. Mit Nebel, Schatten, Wasser und ganz viel Grün. Perfekt für drei Kids, die bei 27 °C in Dauerschleife durchfetzten. Eine clevere Sommeraktion von Hameln, die Spaß macht.

Diese bunten und liebevollen Akzente ziehen sich durch die ganze Innenstadt. Mit Sitzgelegenheiten in knalligem Gelb, giftig blauen Ladestationen und ein Kicker mitten in der Fußgängerzone.

Klar, dass wir unsere Familienmeisterschaft austrugen. Die Jungs gewannen, wir Mädchen setzten beim Shopping nach – in der Stadtgalerie, Hamelns Mall.

Überrascht wurden wir am Pulverturm. Ein Turm, der ehemaligen Stadtbefestigung und ein beliebtes Fotomotiv. Und zwar mit einer Nebelanlage. „Richtig cool“, fanden unsere Kids den Hotspot. Bewegungssensor an, 25 °C und schon verwandelte sich die Straße in ein spontanes Sommerkino. Die Kinder tanzten im kühlen Dunst, bis die Haare nass waren. Vorbeifahrende Busse bremsten, Passanten blieben stehen. Hameln als Bühne.

Kulinarisch ist Hameln unkompliziert wie wir selbst. Alles ist da: Döner, Pfannkuchen, vegan oder Fine Dining.

Zum Ende hin, das Stadtmodell am Pferdemarkt: Hameln als Bronze-Taststadt, sogar mit Braille-Schrift. Mein Mann, Sozialpädagoge, war begeistert: „Hier können wirklich alle mit den Fingerspitzen durch die Altstadt spazieren.“ Die Kids sahen nicht nur, sie fühlten Stadtgeschichte.

Ziel erreicht! Irgendwann landeten wir dort, wo jede Stadtführung enden sollte: im vielleicht besten Eiscafé der Innenstadt. Mit müden Füßen, aber glücklichen Gesichtern. Denn manchmal schmeckt Glück eben nach Stracciatella.

Hameln zeigt: Die Altstadt kann alles – von Geschichte bis Gänsehaut, von Abenteuer bis Eiscreme.

Eine Seefahrt, die ist lustig …

… eine Seefahrt, die ist schön! Schiff ahoi! Ganz schön aufregend für unsere Kinder, für die es der allererste Bootstrip war. Na ja, eigentlich war es mehr gemütlich als aufregend. Aber genau das passte. Mit der „Flotte Weser“ schipperten wir hinaus, geplant war eine einstündige Rundfahrt. Startpunkt Hameln, Ziel: einfach treiben lassen. Wendepunkt der Fahrt war Tündern bzw. das Rittergut Ohr. Schöne Landschaften, glitzerndes Wasser, tiefe Gespräche und eine kurze „Titanic-Szene“ am Bug. Der ideale Ausflug zum Herunterkommen.  

Wir unterschätzten, wie viele dieselbe Idee hatten, ergatterten aber noch ein sonniges Plätzchen auf dem Freideck, das einen schönen Blick auf die Weser und die Landschaft ermöglichte. Getränke und Snacks – gab es. Ein kleines Bier für uns Eltern – versteht sich. Während wir die Brise und das sanfte Schaukeln genossen, gönnte sich unsere Tochter Matea eine rare „Me-Time“ mit Papa. Zwei Blicke aufs Wasser, ein tiefes Gespräch und plötzlich war der Bootstrip viel mehr als gedacht.

Der Kapitän? Ein Typ mit Seebärenstimme. Statt steifer Fakten über Schiffsschrauben oder Brückenhöhe erzählte er, dass die Weser früher quasi die „Autobahn“ Norddeutschlands war: Salz, Korn, Holz – alles kam hier lang.

Nach unserer Shoppingtour waren wir alle ein wenig erschöpft, das Rauschen der Wellen tat sein Übriges. Kein Action-Abenteuer, sondern ein entschleunigter Moment. Und manchmal ist genau das der heimliche Luxus einer Reise.

Noch nie hat Radln so viel Spaß gemacht! Flach, frisch, familiengerecht

Vor der geplanten 50-km-Radtour hatten wir ordentlich Respekt. Unser Plan: Wege rund um den Klüt abzufahren und den Weser-Radweg zu genießen, der eins nicht umsonst zum beliebtesten Radweg Deutschlands gekürt wurde. Doch schon nach den ersten Kilometern war klar, völlig unbegründet! Mit geliehenen Mountainbikes starteten wir ab Hamelns Altstadt Richtung Klüt. Was uns als Familie aus dem bergigen Bayern besonders begeisterte: Es war flach. Durchgehend. Herrlich entspannte Kilometer.

Erster Stopp: Rittergut Schwöbber. Auf dem Weg dorthin beim Golfplatz wurde die erste Brotzeit ausgepackt und über die Route diskutiert, bevor es über Klein Berkel Richtung Ohr ging.

Dann kam unser persönliches Highlight: Schloss Hämelschenburg im Emmerthal, dass sich seit über 400 Jahren im Besitz der Familie von Klencke befindet.

Schon bei der Anfahrt hatten wir alle diesen „Kleiner-Lord-Moment“. Der Renaissancebau mit Park und Wassergraben wirkte so märchenhaft, dass sofort die Handys gezückt wurden und die Kulisse zum Fotoshooting wurde.

Kleiner Tipp für Teens: Auf Schloss Hämelschenburg gibt’s WLAN. Happy Teens, happy Eltern. 😊

Im stilvoll eingerichteten Rittersaal finden heute noch Feste statt, im idyllisch gelegenen Schlosscafé gibt es hausgemachte Torten und Limonaden und es ist einfach ein bezaubernder Ort zum Verweilen.

Manchmal übernimmt Hausherr Henry von Klencke die Führungen sogar selbst.

Schloss Hämelschenburg ohne Führung ist wie Pommes ohne Ketchup. Kann man machen, ist aber nicht ratsam. Unser Guide erklärte unter anderem die „schiefen Fenster“ an den Türmen, die unseren Kindern ins Auge fielen. Kein Baufehler, sondern eine clevere Anpassung an den Treppenaufgang.

Die Schlossführerin erzählte detailverliebt von den starken Frauen der Familie von Klencke und verwandelte die historischen Stationen des Schlosses in lebendige Szenen, nicht nur mit Fakten, sondern mit Emotionen und kleinen Geschichten.

Der Schlossbesitzer Henry von Klencke bewies sich als perfekter Gastgeber und erzählt uns unter einer schattenspendenden Linde, dass das umgebaute Gutshaus auch regelmäßig Location für Hochzeitsfeiern sei. Meine Tochter Matea und ich warfen uns einen vielsagenden Blick zu und im Kopf läuteten sofort die Hochzeitsglocken. Ding, Dong …

Bei Kaffee und Kuchen teilte er humorige Anekdoten aus dem Schlossalltag „Alles war perfekt für eine Hochzeit hergerichtet, picobello. Und am Ende meinte ein Gast, die Buxbäume seien nicht exakt geschnitten.“ Sein trockenes Fazit: „Man kann es eben nicht allen recht machen, auch wenn das deren Anspruch ist.“

Die Rückfahrt bot uns eine traumhafte Kulisse: Über Emmerthal auf den Weser-Radweg, vorbei an Tündern zurück nach Hameln. Natur pur. Felder, Wiesen und Schafe am Wegesrand (die Kinder fanden’s „oh, wie süß“).

Den Abend ließen wir in einem Restaurant direkt an der Weserpromenade mit leckerem Essen, Cocktails und den letzten Sonnenstrahlen des Tages ausklingen.

Am Ende waren wir uns einig: Radeln ohne Steigung, ein Schloss mit WLAN und ein Gastgeber mit Humor – Hameln hat uns gezeigt, wie leicht Geschichte sein kann.

Das Rattenfänger-Freilichtspiel. Tradition mit ganz viel Emotion!

Sonntagvormittag, unser Abreisetag. Die Kinder waren voller Vorfreude, besonders die Mädchen, die sich für das bevorstehende Highlight noch einmal extra herausputzten.

Punkt zwölf. Auf der Hochzeitshaus-Terrasse wird Hamelns berühmteste Sage lebendig. Keine Profischauspieler, sondern Bürger, die seit fast 70 Jahren mit Herzblut die Geschichte auf die Bühne bringen. Genau das macht den Reiz aus.

30 Minuten lang wurde geflötet, verzaubert, betrogen. Schauspielerisch so inszeniert, dass man auch ohne Deutschkenntnisse verstand, worum die Geschichte handelt. Die Mäuse wurden durch Kinder dargestellt. Als unsere drei die Mäuse auf die Bühne tapsen sahen, war klar: Hier wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern gefühlt und weitergegeben.

Einfach ein „rattenscharfes Märchen“, wie unser Sohn Mick fand.

Wir haben unsere Abreise extra so gelegt, um dieses Spektakel noch mitzuerleben, und es hat sich mehr als gelohnt!

Hameln hat uns überrascht! Mit Geschichte, die lebendig wird, und Momenten, die uns als Familie lange begleiten werden. Für uns steht fest: Wir kommen wieder!

Hameln – wo Geschichten zuhause sind …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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